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man könnte sich einen Monstertruck vorstellen, der alles bisher dagewesene in den Schatten stellen würde... Doch es ist lediglich ein Zahlenspiel, ein Aufsummieren technischer Daten von vier verschiedenen Kraftfahrzeugen. Allen gemeinsam ist ihre Abstammung. Sie kommen aus den Staaten und verrichten ihren Dienst in "good old Germany". Nein, kein Fuhrunternehmen, eher ein Familienspektakel mit sehr hohem "Funfaktor". Eine völlig verrückte Familie also? Nun ja, meine Frau möchte ich nicht mit hineinziehen; sie ist die einzige von uns dreien, die sich der Infektion durch den US-Virus (bekannt auch als US-V8) bisher erfolgreich entziehen konnte. Deshalb fährt sie auch den "kleinsten", einen roten Jeep TJ.
Wie so oft ist die Anschaffung des TJ "Männersache" gewesen und erforderte Überredungskünste seitens der Männerschaft (damals war mein Sohn erst 11, hatte aber bereits Benzin im Blut), bis "Muttern" uns zu Liebe zustimmte. Ein Jahr später kam ein neuer Virusschub in Form eines Jeep CJ-7. Da war er nun, der echte Jeep, urig, stämmig, mein Wunschtraum, als ich fünundzwanzig war. Aber vom TJ konnten wir uns auch nicht mehr trennen, er wurde sogar optisch aufgewertet, um seinem "Großvater" ähnlicher zu werden. Heute ist der CJ-7 mit Saisonkennzeichen zu meinem Alltagsgefährt geworden und jedes Jahr geht es damit auf Jeep-Tour in den Süden.
Vor einem Jahr passierte es dann wieder (es gibt noch keinen Impfstoff dagegen!). Ich hatte ihn schon immer im Auge, jetzt war der Zeitpunkt gekommen, um zuzuschlagen. Ein Pickup und was für einer: ein Dodge Ram 3500 Quadcab. Mein zwei Jahre alter Firmenwagen, ein Grand Cherokee, wurde eingetauscht in einen zwei Jahre alten Ram, ohne Aufpreis ein Schnäppchen! Wer gerne meine ersten Schritte mit dem "black monster" nachlesen möchte, kann dies auf der vorhergehenden Seite unter "Verliebt in einen 'Widder' mit dreieinhalb Tonnen" nachholen.
Nun, heute denkt man nicht mehr an die 6,4 m Länge, 2,34 m Breite und 3 Tonnen Leergewicht. Man kennt gewisse Bereiche in der Innenstadt, die den Ehrgeiz nicht lohnen, sich durchzuquälen... obwohl man es könnte. Stattdessen dient unser Fullsize-PU als Express-Lkw, wenn wieder mal Mobiliar, Baustoff oder eine Waschmaschine zu unserem zu renovierenden Häuschen in Italien transportiert werden müssen. Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man mit über 4 Tonnen bei aktiviertem Tempomat mit 140 km/h die Autobahn entlanggleitet. Die Geräuschkulisse ist kaum wahrnehmbar. Einziger Wermutstropfen ist natürlich der Durst des V-10 mit 8 l Hubraum doch die Autobahn zählt zu den gemäßigten Revieren, denn der Verbrauch liegt hier bei 20 l auf 100 km. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Ladefläche leer oder tonnenschwer ist. Dank des hohen Drehmoments scheint es keine Steigungen auf dem Weg nach Italien zu geben. Mein Sohn, inzwischen 14, ist natürlich begeistert und es wäre nicht mein Sohn, hätte er nicht eine Leidenschaft, die auch auf mich ansteckend wirkte: Muscle Cars. Allerdings muss ich Familienväter davor warnen, die "Chrom & Flammen" regelmäßig ihren Söhnen als Lektüre zu überlassen. Die Nebenwirkungen können fatale Folgen haben.
In unserem Fall nehmen sie die Form eines 1979er "Transam" an, dem vorerst letzten Virusschub (wann hört das endlich auf...). Es gibt dazu noch nicht viel zu sagen, denn den Winter über wird er restauriert lasst euch überraschen, wie er nächstes Jahr aussieht. Eine völlig verrückte Familie? Das kommt auf den Standpunkt an. Wer die Faszination eines amerikanischen V-8 schätzt, der setzt alles daran, mit möglichst vielen Varianten fahren zu können, wohl wissend, dass irgendwann einmal Schluss sein wird. Alle anderen sollten dies tolerieren oder "Chrom & Flammen" lesen. Aber Vorsicht! Es gibt noch kein Gegenmittel dazu! Jörg Thalmaier |