In Slowenien Pfingsten 2002

Das Buch von Theo Gerstl, "Geländewagen Touren Bd.3, Slowenien und Istrien", war unser Wegweiser in das uns noch unbekannte Slowenien. Als Anreise wählten wir die Route über Österreich (Villach) und ein Stückchen Italien (Tarvisio).
1. Etappe (1)
Der Mangart-Pass

... das war leider nichts! Ein heftiger Erdrutsch hat die Zufahrtsstraße vollends weggerissen (s. Foto)
Wann hier wieder eine Straße entsteht, ist schwer zu sagen. Der Pass selbst ist ja nur ein Rundkurs, Ortschaften gibts auch keine.
Übernachtung 1 (Ü1):
Im Trenta-Tal fanden wir ein herrliches Plätzchen. Nur ein kleines Flüsschen war zu überwinden.

Es sieht zwar harmlos aus, doch unser Blazer stand in der Mitte so tief, dass die Reifen ganz im Wasser untertauchten - das sind immerhin 35" oder fast 90 cm. Die Türen hielten jedenfalls dicht. Wir hofften, dass keine Niederschläge über Nacht fallen würden, denn sonst...

Martin schlief im Zelt, ich machte es mir im Blazer "gemütlich".

Die Heckklappe ist äusserst praktisch und diente als Abstellfläche, Küchenplatte, Kochgestell, Sitzbank u.v.m.

Aber zum Essen bevorzugten wir unsere Picknick-Kombination, im Sitzen isst es sich bequemer...

Vor dem verdienten Schlaf muss erst noch Platz geschaffen werden. Da alles in Kisten verpackt war, ging es recht schnell.

Martin machte sich am nächsten Morgen auf den Weg zur Straße - leider wollte keiner von uns zu Fuß durch den Fluss - ziemlich kalt und viel Strömung. Deswegen haben wir auch keine Fotos von der (spektakulären) Wasserdurchfahrt.

Mit Untersetzung und Automatik sowie dem selbstsperrenden Hinterachs-Differenzial ist das Fahren im Gelände ein Kinderspiel. Die Bodenfreiheit und die großen Räder geben viel Reserven...
2. Etappe (2):
Der Triglav Nationalpark
Doch vorher mussten wir noch den Vrsic-Pass überqueren - bei herrlichem Wetter.

Gut ausgebaute (meist neu asphaltierte) Straßen prägen das Bild Sloweniens, was uns eigentlich nicht so sehr gefiel.
Hier der Vrsic-Pass mit 1611 m Höhe.

Das Verkehrsaufkommen ist eher gering.

Im Nationalpark gab es Natur pur. Blumenwiesen, Wälder und das Flüsschen Radovna waren unsere ständigen Begleiter.

Fahrtechnisch gab es zwar keine Herausforderungen, aber die Ruhe und Schönheit der Landschaft luden zum Verweilen ein.
3. Etappe (3):
Almidylle auf sanften Hügeln - Lipnica

Dank der genauen Wegbeschreibung war der Einstieg zu dieser Tour gut zu finden. Es ging steil bergauf und bald wich die Teerstraße einem Schotterfahrweg quer durch Mischwälder. Es ging kilometerweit ständig aufwärts und die Aussicht war gigantisch.

Gut, dass kein Verkehr hier oben zu erwarten war, manchmal wurde es ziemlich eng...

...und die Abhänge ziemlich steil.

Am Ende der Tour suchten wir uns am Waldrand ein schattiges Plätzchen - Kaffeepause.

Gut getarnt passte sich unser Blazer der Umgebung an.
4. Etappe (4):
Die Grenzkammstraße - ein Zeugnis der Vergangenheit

Ein rund tausend Meter hohes Gebirge bildet die natürliche Grenze zwischen Slowenien und Italien. Im Ersten Weltkrieg verlief hier die Isonzo-Front, im Zweiten Weltkrieg kämpften hier Partisanen.

Befestigungsanlagen aus dem Ersten Weltkrieg, relativ gut erhalten.

Die alten Schützengräben wurden wieder frei gelegt.

Zugang zu den Bunkern, teils verfallen.

Nur wenige Unterstände sind noch begehbar, die meisten sind eingestürzt, so wie dieser hier.

Diese Gedenktafel beschreibt die 12. Isonzoschlacht im Ersten Weltkrieg. Am 24. Oktober 1917 abends nahm die 12. Kompanie des Bayerischen Infanterie-Leib-Regiments einen Teil der Schlüsselstellungen der italienischen Verteidigung ein. Aber erst am Nachmittag des darauffolgenden Tages wurde die Stellung nach erbitterten Kämpfen erobert.

In der Wegbeschreibung war noch die Rede von verfallenen Fahrwegen und unwegsamen Pisten - voller Überraschung für uns schlängelte sich jedoch eine neu angelegte und frisch asphaltierte Bergstraße entlang des Grenzkamms. Unsere Erwartungen wurden (wieder einmal) enttäuscht...
Übernachtung 2 (Ü2):

Etwas enttäuscht über die kultivierten Straßenverhältnisse suchten wir uns etwas abseits des Asphaltbandes ein Nachtlager.

Die Aussicht war überwältigend. Man konnte nach Italien hinüber sehen.
An diesem Punkt beschlossen wir, die Tour nach Süden nicht weiter fort zu setzen. Die wenigen Abschnitte, die eine kleine Herausforderung für ein Offroad-Fahrzeug darstellten, standen in keinem Verhältnis zu den Anfahrtswegen, die zurück gelegt werden mussten. Deshalb überquerten wir in Nova Gorica die Grenze nach Italien und fuhren über Venedig Richtung Ancona, wo wir früher als geplant unser Haus in Ostra erreichten.
Eine Übernachtung in der Meduna -
auf dem Rückweg von Italien nahmen wir einen Umweg über das ausgetrocknete Flussbett der "Meduna". Martin sollte den Blazer auf seine Geländetauglichkeit testen...

Hin und wieder ein Anflug einer Schotterstraße in dem sonst unwirtlichen Gelände...

...ansonsten Steine, so weit das Auge reicht.

Und das in jeder Himmelsrichtung.

Egal. Für Martin war Platz genug, um sich mit dem Blazer auszutoben.

Er steuerte souverän unser "Dickschiff" durch sämtliche Hindernisse.

Am nächsten Tag gings dann durch die Dolomiten nach Hause.

Gut gemacht - der Blazer hat ohne Macken den Mix aus Autobahn, Steinwüste, Schotterpisten und Landstraßen überstanden!
Der Durchschnittsverbrauch lag wieder bei 12.5 l/100 km Diesel. Angesichts des Gewichts, der grobstolligen Reifen und des großen Motors (V8 mit 6.2 l Hubraum) ein passabler Wert.